Wie geht es in der Seelsorgeeinheit ohne Pfarrer weiter?

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„Wie geht es denn wohl weiter – hier bei uns in der Seelsorgeeinheit?“

So fragen sich auch viele in unseren Gemeinden, denn mit den Sommerferien beginnt für unsere Seelsorgeeinheit, wie man so sagt: die ‚pfarrerlose‘ Zeit. Was genau genommen nicht ganz richtig ist, denn unser Pfarrvikar Pfr. Joel, so die Zusage der Diözesanleitung, wird ja bleiben, bis ein neuer ‚Leitender Pfarrer‘ gefunden ist.

Ein Priester ist also ‚vor Ort‘, aber eben nur einer, und nicht, wie noch in den vergangenen Jahren, zwei oder gar drei. Und bei nur einem Priester wird es auch bleiben, wenn ein neuer Pfarrer kommt!  

Stellenplanung für unsere Seelsorgeeinheit

Die Leitung einer Kirchengemeinde und auch einer Seelsorgeeinheit kann nach römisch-katholischem Kirchenrecht vom Bischof nur einem geweihten Priester übertragen werden. Genau genommen ist aber der Bischof selbst eigentlicher Leiter aller Kirchengemeinden seiner Diözese (Monarchischer Episcopat).

Konsequenz daraus ist, dass der Bischof (bzw. mit seiner Verwaltung, dem ‚Bischöflichen Ordinariat‘) allein über die Besetzung von Pfarrstellen und auch aller anderen pastoralen Stellen (Pfarrvikare, Diakone, Pastoral- und Gemeindereferent*innen) entscheidet.

Der Pfarrer und das Pastoralteam sind also Mitarbeiter des Bischofs (und werden auch von der Diözese, nicht von der Gemeinde angestellt und bezahlt).

Ein Mitentscheidungrecht haben deshalb die Kirchengemeinderäte bzw. der Gemeinsame Ausschuss der SE vor Ort bei den pastoralen Stellen nicht!

Für unsere Seelsorgeeinheit sieht der Stellenplan der Diözese einen Priester (als leitenden Pfarrer), eine Pastoralreferenten- und eine Gemeindereferenten-Stelle vor. Die Gemeindereferentenstelle ist seit letztem Herbst unbesetzt, die Stelle des leitenden Pfarrers jetzt ab 1. August. Auch PR Bisch wollte eigentlich noch dieses Jahr in Rente gehen, was dann eine Vakanz aller Planstellen zu Folge hätte. Wenigstens sind die Verhandlungen, das noch etwas aufzuschieben, auf gutem Wege.

Wie läuft eigentlich die Vergabe pastoraler Stellen?

Grundsätzlich werden in unserer Diözese freie Stellen für alle Pastoralen Berufe im Kirchlichen Amtsblatt ausgeschrieben. Jede*r, der die Stelle wechseln will bzw. die entsprechende Ausbildung gerade abgeschlossen hat, kann sich auf Stellen seiner Wahl bewerben. Allerdings soll bzw. muss jeder Bewerber zwei für ihn vorstellbare Stellen (1. und 2. Wahl) angeben, um der Diözesanleitung einen Spielraum zu gewähren…

Interessenten können sich über eine schriftlich vorliegende Stellenbeschreibung und auch direkt bei den (zukünftigen) Kollegen oder Gremien vor Ort informieren, um sich ein Bild zu machen. Das sind dann aber reine Informations- und keine Bewerbungsgespräche!

Am Ende entscheidet der Bewerber, wofür er sich bewirbt. Die diözesane Bewerbungskommission, am Ende das Domkapitel mit dem Bischof, entscheidet allein, wem welche Stelle zugesprochen wird bzw. welche Stelle besetzt wird oder (noch) nicht. Anders als in der evangelischen Kirche, wo es, zumindest als eine Möglichkeit die Pfarrerswahl gibt, sind unsere Kirchengemeinderäte an solchen Entscheidungen grundsätzlich nicht beteiligt.

Wie war das bisher bei uns?

Sowohl die Stelle des Gemeindereferenten, wie auch die des Leitenden Pfarrers waren bisher zweimal im Amtsblatt ausgeschrieben.

Für die Pfarrstelle gab es Interessenten, die sich auch vor Ort ein Bild gemacht haben. In beiden Vergabeverfahren gingen wir, die SE St. Benedikt Ochsenhausen, leer aus. Begründungen dafür werden nicht gegeben.

Soweit wir erkennen konnten, gab es bisher keine Interessenten für die Gemeindereferentenstelle. Das war aber absehbar, da beides Mal klar war, dass ein Pfarrerswechsel bevorstehen wird. Niemand bewirbt sich ohne Not auf eine Stelle, wo nicht klar ist, wer der ‚Chef‘ wird…

Bei der Pastoralreferentenstelle, die bisher noch nicht ausgeschrieben wurde, muss man künftig ebenfalls mit diesem Effekt rechnen.

Wie geht es mit der Stellenausschreibung weiter?

Bei der nächsten Ausschreibung im Kirchlichen Amtsblatt am 15. September 2022 werden nun alle 3 pastoralen Stellen unserer Seelsorgeeinheit ausgeschrieben werden. Interessenten haben dann bis Anfang Oktober Zeit, sich zu informieren und zu bewerben. Ende Oktober (zuerst die Priesterstellen) bis Anfang November werden dann vom Bischöflichen Ordinariat die Stellen vergeben.

Der bei der ‚Herbst‘-Ausschreibung und Vergabe gedachte Stellenantritt ist zumeist der 1. Februar (Beginn des Schul-Halbjahres), der erste Fastensonntag oder Ostern. Schon dieses Jahr zu Weihnachten? Das wäre eine seltene Ausnahme!

Auf was müssen wir uns in nächster Zeit einstellen?

Wenn nur ein Priester allein in der Seelsorgeeinheit tätig sein wird, hat das zuallererst Auswirkungen auf die Gottesdienstplanung. Auch für die Tätigkeit von Priestern gibt es verbindliche kirchliche Regeln und die besagen: Er soll maximal eine Messe pro Tag und maximal drei Messen pro Wochenende halten.

Andererseits ist, wie es uns bereits die Pfingstgeschichte beschreibt, die Gemeinde, ‚die einmütig im Gebet verharrt‘, die Keimzelle und Garant für den Fortbestand christlichen Lebens.

Deshalb soll auch ‚am Sonntag keine Kirche kalt stehen‘, wie es unser Bischof einmal formuliert haben soll – also jede Kirchengemeinde ihren eigenen Sonntagsgottesdienst feiern können und möglichst in einer Form, die den ‚Sinn der Sonntagspflicht‘ erfüllt. Nach den Vorgaben unserer Diözese sind das: Die Hl. Messe (Eucharistiefeier), die ‚Wortgottesfeier‘ und die ‚Wortgottesfeier mit Kommunionausteilung‘.

Sonntags: Hl. Messen und Wortgottesfeiern in allen Kirchen im Wechsel

Für unsere sechs sonntäglichen Gottesdienstorte, die Basilika St. Georg und Herz Jesu (Ochsenhausen), St. Blasius (Bellamont), St. Joseph (Mittelbuch), St. Mauritius (Rottum) und Mariä Himmelfahrt (Steinhausen) bedeutet das: Es wird jeden Sonntag in 3 Kirchen eine Heilige Messe (Eucharistiefeier) und in 3 Kirchen eine Wortgottesfeier in der einen oder anderen Form möglich sein. Auf die, zunehmend auch wenig besuchte Sonntag-Abendmesse in St. Georg werden wir ab Ferienbeginn verzichten – zu diesem Termin aber gelegentlich besondere Gottesdienste, wie Bußfeiern, Jugendgottesdienste usw. anbieten.

Ein ganz regelmäßiger, also 14-tägiger Wechsel der Gottesdienstformen Messe/Wortgottesfeier wird uns dabei allerdings nicht ganz gelingen, sonst müssten wir auf alle örtlichen Traditionen und Feste ganz verzichten. Auch was den Wechsel der Gottesdienstzeiten angeht, wird die Regelmäßigkeit der Abfolge (Vorabend 19.00 h/8.30 h/10.00 h) in den Dörfern etwas leiden.

Auf jeden Fall wollen wir sicherstellen, dass an hohen Festen und wenigstens alle 14 Tage in jeder Kirche die Heilige Kommunion auf jeden empfangen werden kann. Deshalb tun wir, was wir eigentlich in einer Vakanz nicht tun sollten – und führen etwas was bisher in unserer Seelsorgeeinheit nicht üblich war, ein, nämlich die ‚Wortgottesfeier mit Kommunionausteilung‘.

Eigentlich müssten wir solche Entscheidungen dem kommenden Pfarrer überlassen, denken aber, dass wir ja alle ‚Optionen‘ offenhalten, wenn wir, wie oben beschrieben, die 3 Gottesdienstformen verantwortungsvoll abwechseln.

Wir bitten dabei auch um etwas Verständnis und Geduld, weil wir auch noch etwas Zeit brauchen, diese neue Formen z.B. auch mit den Ministranten besser kennenzulernen und einzuüben, um würdig feiern zu können.

Die Werktagsgottesdienste

Werktags-Messen werden ab jetzt donnerstags im wöchentlichen Wechsel reihum in Bellamont, Mittelbuch Rottum und Steinhausen sein.

Kapellen-Messen wird es freitags, ebenfalls ‚reihum‘ 14-tägig geben.

Der ‚Hausfrauen‘-Gottesdienst mittwochs in Herz-Jesu soll wöchentlich stattfinden, in der Regel als Heilige Messe, alle 4 Wochen einmal als Wortgottesfeier (denn dann ist am selben Tag in Steinhausen Schülermesse).

Die Gottesdienste im Altenzentrum (Messe/WGF) bleiben unverändert.

Veränderungen werden erst schrittweise spürbar werden:

Während der großen Ferien werden Pfarrer Braun in Mittelbuch, seiner Heimatgemeinde sein und, wie seit langen Jahren, Pfarrer Pachowicz als langjährige Urlaubsvertretung für drei Wochen bei uns sein und in dieser Zeit

viele Heilige Messen mit uns feiern können. Dafür jetzt schon: Ein ganz herzliches: ‚Vergelt’s Gott‘!

Neue Wege brauchen immer etwas Mut und Geduld

Machen wir uns gemeinsam auf diesen neuen Weg.

Und bitten wir füreinander um Gottes Beistand und Segen!

Der Gemeinsame Ausschuss und das Pastoralteam der Seelsorgeeinheit St. Benedikt

Fortsetzung folgt – sicher!